Menschen

Hier finden sich Namen, Lebensdaten, Biografien und Familiengeschichten zu jüdischem Leben in Lüneburg. Haben Sie weitere Informationen, Korrekturen, Fotografien, Dokumente oder Anregungen? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf, damit wir die Seiten aktualisieren können.

Suchen Sie nach Namen, Orten oder Begriffen
oder wählen Sie einen Namensbereich    A - F      G - L      M - R      S - Z   

 

Else Benjamin, geborene Heinemann [*1879]

Geboren am 15.01.1879 in Lüneburg, gestorben am 12.06.1959 in New York City, NY, USA im Alter von 80 Jahren
Else Benjamin um 1914, Lüneburg; Privatbesitz Eric Rhee
Else Benjamin um 1914, Lüneburg
...
Geschwister Else und Otto Heinemann, Lüneburg, ca 1881.; Privatbesitz Becki Cohn-Vargas
Geschwister Else und Otto Heinemann, ...
Geschwister Otto und Else Heinemann, Lüneburg, ca 1888; Privatbesitz Becki Cohn-Vargas
Geschwister Otto und Else Heinemann, ...
Else Benjamin mit zwei ihrer Kinder, ca. 1905; Privatbesitz Ruth Verroen
Else Benjamin mit zwei ihrer Kinder, ...
Else Benjamin mit ihrem Vater Marcus Heinemann und ihren Kindern Martha und Oskar Benjamin; Privatbesitz Becki Cohn-Vargas
Else Benjamin mit ihrem Vater Marcus ...
Else Benjamins 70. Geburtstag, New York 1949; Privatbesitz Helga Schüssler
Else Benjamins 70. Geburtstag, New York ...

Wohnort

Familie Abraham Ahrons (1763-1790)
Familie Isaak Abraham Ahrons (1790-1799)
Familie Marcus Heinemann (1862-1939)
Familie Salomon Heinemann (1860er)
Adolf und Hulda Schickler (1935-1942)
Sally und Lucie Baden-Behr (1939, 1941)

Große Bäckerstraße 23
Lüneburg

Else Rebecca Heinemann war das fünfzehnte Kind von Marcus Heinemann und seiner Frau Henriette geb. Lindenberg. Sie kam 1879 in Lüneburg zur Welt und wuchs im Kreise ihrer großen Familie in der Großen Bäckerstraße auf. Im Alter von vier Jahren verlor sie ihre Mutter. Genauso wie die anderen „Kleinen“ der Familie wurde sie von ihrer großen Schwester Martha aufgezogen. Als Kind scheint sie besonders ihrem nächstälteren Bruder Otto nahegestanden zu haben

Als im Sommer 1888 die Kaiserin Viktoria anlässlich des Elbe-Hochwassers Lüneburg und Umgebung besuchte, wurde sie im Rathaus mit großen Ehren empfangen. Auch Marcus Heinemann war zu dem Empfang eingeladen. Seine kleine Tochter Else Heinemann, damals neun Jahre alt, durfte der Kaiserin „ein prachtvolles Rosenbouquet“ überreichen und rührte sie in ihrer Anmut und kindlichen Offenheit. Wie ihre Schwestern besuchte Else als junges Mädchen die Höhere Töchterschule in Lüneburg.

Im Oktober 1901 heiratete sie in Lüneburg den Zivilingenieur Gustav Eduard Benjamin, der aus Hamburg kam. Else zog zu ihm nach Hamburg. Zwischen 1903 und 1910 brachte Else Benjamin geb. Heinemann in Hamburg vier Kinder zur Welt: Martha wurde 1903 geboren, Oskar 1904, Hans 1905 und Lotte 1910. Elses Geschwister sahen mit Sorge, dass es in ihrer Ehe mit Gustav Benjamin viele Schwierigkeiten gab, und versuchten sich um ihre kleine Schwester zu kümmern.

Gustav Benjamin starb 1920 in der Hamburger Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, einer Klinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Else blieb mit den Kindern als Witwe in Hamburg. 1924 musste sie einen weiteren schweren Schlag hinnehmen: Ihr zweites Kind Oskar starb 1924 im Alter von nur 20 Jahren. 1928 zog Else nach Hannover um – möglicherweise, um in der Nähe ihrer etwas älteren Schwester Ida Jaffé sein zu können. Auch Elses Töchter Martha und Lotte lebten später in Hannover.

Mit dem Beginn der NS-Zeit 1933 suchten Else Benjamin und ihre Kinder schon früh nach Möglichkeiten, der Judenverfolgung in Deutschland zu entkommen. Als erster verließ Elses Sohn Hans 1936 das Land, er ging nach Südafrika und baute sich dort eine neue Existenz auf. Kurze Zeit später floh Else zusammen mit ihren erwachsenen Töchtern Martha und Lotte nach New York, wo schon einige andere Familienmitglieder lebten. Sie fanden eine Wohnung am Riverside Drive, im Nordwesten von Manhattan. Else Benjamins Tochter Martha heiratete 1937 in New York ihren Cousin Walter Jacobson und zog zu ihm.

Zu Else Benjamins 70. Geburtstag im Jahr 1949 gab es ein Familientreffen von Mitgliedern verschiedener Familienzweige der Heinemanns: Elses Sohn Georg reiste aus Südafrika an, außerdem waren die meisten der zu jener Zeit in New York und Umgebung lebenden Verwandten da, Kinder und Kindeskinder von Else und ihren Geschwistern Robert Heinemann, Klara Jacobson und Emma Lindenberg.

1959, ein Jahr nach dem Tod ihres jüngsten Bruders Henry Heinemann in den Niederlanden, starb Else Benjamin in New York. Nun lebte von Marcus und Henriette Heinemanns 17 Kindern nur noch eines, Elses nächstältester Bruder Otto Heinemann.

Quellen und Infos

Lüneburgsche Anzeigen vom 04.05.1888

Manfred Göske, Manuskript „Die Synagoge“, 1980er, Museum Lüneburg, Sammlung Göske

Erinnerungen von Fritz Levinger, Privatbesitz Nomi Raz 

Ship Manifest, Dampfschiff „Hamburg“, 22.04.1936 ab Hamburg

Namensvarianten: Elsie Rebecca