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Ehemann von Jette Leser geborene Moses [*1751]
Selig Leser war in den 1910er und 1820er Jahren der Lehrer und Vorsänger der Lüneburger jüdischen Gemeinde. Sein Name erscheint in den überlieferten historischen Dokumenten in unterschiedlichen Schreibweisen und Verbindungen: Selig Löser, Leser Seelig, Selig Leeser etc. Er wurde um 1750 in Dreißigacker in Sachsen-Meiningen geboren. In diesem kleinen Ort in Thüringen gab es zu jener Zeit eine relativ große und lebhafte jüdische Gemeinde.
Spätestens im Jahr 1814 kam Selig Leser zusammen mit seiner Frau Jette geb. Moses nach Lüneburg und arbeitete dort als Lehrer und Schächter der Synagogengemeinde. Die Gottesdienste wurden zu jener Zeit meist im Privathaus von Levi Isaak Ahrons abgehalten. 1823 beschrieb Selig Leser seine Tätigkeit gegenüber dem Lüneburger Magistrat so: "Er sey Cantor und Schachter der Judenschaft allhier, und halte er den Gottesdienst im Hause des Juden Levy Ahrons, in einer dazu eingerichteten Synagoge, am Schabbes und übrigen Feiertagen. Einen Schutzbrief bedürfe und habe er nicht, wegen seiner Eigenschaft als Cantor. Auch liege ihm der Unterricht der Kinder der hiesigen jüdischen Gemeinde ob. Gegenwärtig habe er aber keine Kinder zu unterrichten.“
Selig Leser starb im Januar 1828. Der Lüneburger Stadtchronist Wilhelm Volger notierte, dass er die erste Person gewesen sei, die man auf dem "neuen Judenkirchhof" (errichtet 1823) bestattet habe. Seine Hinterbliebenen waren "die im Auslande lebenden Kinder des Verstorbenen", nämlich ein Sohn in Boizenburg und eine Tochter in Hamburg.
Der Nachfolger von Selig Leser als Schullehrer und ritueller Schächter der Gemeinde war Heimann Bernstein, der oft nur als "Cantor" tituliert wurde.
Quellen und Infos:
Über die jüdische Gemeinde in Dreißigacker, Thüringen: https://www.alemannia-judaica.de/dreissigacker_synagoge.htm
"Lüneburger Nachrichten, gesammelt von Wilhelm Friedrich Volger, Direktor der Realschule des Johanneums. Alles aus eigener Erfahrung niedergeschrieben.“ Abschrift der Chronik des Direktors W. F. Volger von Frieda Kellner 1920, Stadtarchiv Lüneburg, ND Volger, Nr. 170
Bericht des Lüneburger Magistrats im Februar 1814 an die Provisorische Regierungs-Commission in Hannover über die Schutzjuden in Lüneburg, Stadtarchiv Lüneburg, AA 6707/1
Bericht des Magistrats an die Landdrostei in Lüneburg über die Schutzjuden in Lüneburg vom 24.08.1823, Stadtarchiv Lüneburg, AA 6703/2
Tabellen über die Geborenen und Gestorbenen der hiesigen Judengemeinde 1820-1832, Stadtarchiv Lüneburg, AA 6733
Namensvarianten: Seelig Leeser Löser