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Levi Jacob (Levin) Ahrons war ein Sohn des Schutzjuden Jacob Ahrons. Er wurde etwa im Jahr 1714 in Lüneburg geboren.
Im Jahr 1745, ein Jahr nachdem sein Vater Jacob gestorben war, wurde Levi selbst zum Schutzjuden. Im Jahr 1757 war er zusammen mit seinem Bruder Abraham Jacob Ahrons und dem Tabakfabrikanten Salomon Salomons einer von nur drei Schutzjuden in Lüneburg. Gemeinsam bemühten sie sich in den 1750ern um die Erlaubnis zur Anlegung eines jüdischen Friedhofs in Lüneburg, ohne Erfolg.
Der Begriff "Schutzjude" bezeichnete einen Status, den deutsche Landesherren jüdischen Händlern etwa vom 14. bis ins 19. Jahrhundert gewährten, um von deren Einnahmen zu profitieren und die Ansiedlung jüdischer Familien zu steuern. Gegen Zahlung von hohen Schutzgeldern und der Unterwerfung unter eine strenge Beschränkung der Bewegungsfreiheit wurde den Schutzjuden und ihren Familien ein gewisser Schutz nach außen und eine Privilegierung gegenüber anderen Juden zugesichert. Im Königreich Hannover gab es bis in die 1840er Jahre Schutzjuden.
Da die jüdische Gemeinde nur sehr klein war, trafen sich die Mitglieder in jener Zeit zum Beten in Privathäusern. Für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist überliefert, dass die Wohnung von Levin Ahrons in der Großen Bäckerstraße 14 als Betraum genutzt wurde.
Quellen und Infos:
Stammbäume der Familie Behrens in der Max Markreich Collection, Leo Baeck Institute New York: https://archives.cjh.org/repositories/5/digital_objects/315800
Informationen zum Status "Schutzjude": https://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=571&language=german
S. Gronemann, Genealogische Studien über die alten jüdischen Familien Hannovers, Berlin 1913, Kapitel IV: “Leffmann Behrens Cohen und seine Nachkommen”, S. 34-50. Online verfügbar
Schutzbrief für Levi Jacob Aarons vom 29.12.1745, Stadtarchiv Lüneburg, AA 6706/1
Zvi Asaria, Die Juden in Niedersachsen, Leer 1979, S. 110
Namensvarianten: Levin Lewin Lewien Levien Levi Levy Arons Aarons