Hier finden sich Namen, Lebensdaten, Biografien und Familiengeschichten zu jüdischem Leben in Lüneburg. Haben Sie weitere Informationen, Korrekturen, Fotografien, Dokumente oder Anregungen? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf, damit wir die Seiten aktualisieren können.
Im Jahr 1710 bekam ein Geldwechsler (d.h. Bankier) namens Gans oder Ganns, dessen Vorname bisher unbekannt ist, in Lüneburg einen Schutzbrief. Damit war er zu dieser Zeit neben Isaak Ahrons und Nathan Bendix der dritte Schutzjude in Lüneburg.
Der Begriff "Schutzjude" bezeichnete einen Status, den deutsche Landesherren jüdischen Händlern etwa vom 14. bis ins 19. Jahrhundert gewährten, um von deren Einnahmen zu profitieren und die Ansiedlung jüdischer Familien zu steuern. Gegen Zahlung von hohen Schutzgeldern und die Unterwerfung unter strenge Regeln zur Bewegungfreiheit wurde den Schutzjuden ein gewisser Schutz nach außen und eine Privilegierung gegenüber anderen Juden zugesichert. Im Königreich Hannover gab es bis in die 1840er Jahre Schutzjuden.
Wir wissen leider sonst nichts über Bankier Gans oder seine Familienmitglieder. Die Familie Gans gehörte zu den großen jüdischen Familien Hannovers, aber es ist unklar, ob dieser Lüneburger Gans dazugehörte. Unklar ist auch noch, ob es eine Verwandtschaft zu Moses Selig Gans gab, der fünfzig Jahre später in Lüneburg lebte.
Quellen und Infos:
Herbert Ahlers, „Das Schicksal der jüdischen Gemeinde von Lüneburg", Erster Teil, in: Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 14.06.1967
Namensvarianten: Ganns