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Ernst Rosenschein, 1897 in Harburg geboren, war der Sohn des Kaufmanns Bernhard Rosenschein und seiner Frau Johanna, geborene Mannheim. Er hatte drei jüngere Geschwister. Nach dem frühen Tod des Vaters war seine Mutter Inhaberin des Kaufhauses M.M. Friedmann in Harburg.
Ernst Rosenschein studierte Jura. Im September 1920 kam er nach Lüneburg, um dort am Amtsgericht als Referendar zu arbeiten. Er blieb bis Mitte März 1921, als er nach Hannover zog. Später war er am Kammergericht Berlin tätig und arbeitete nach seiner Zulassung 1926 in Harburg als Rechtsanwalt. Ab 1933 wurde er von den ersten antisemitischen Berufsverboten betroffen und konnte seine Kanzlei nicht mehr weiterführen; er übernahm stattdessen die Buchhaltung für das Kaufhaus seiner Mutter. Auch dieses Unternehmen litt in den nächsten Jahren extrem unter Boykotten, antisemitischer Hetze und juristischen Schikanen. 1935 wurde Johanna Rosenschein gezwungen, das Geschäft aufzugeben.
Ab 1936 versuchte Ernst Rosenschein, wie sein Bruder Hans, der nach Brasilien geflohen war, das Land zu verlassen. Dies gelang ihm nicht. Nach der Pogromnacht im November 1938 wurde er ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Dort blieb er bis zum 24. Dezember des gleichen Jahres. Nach seiner Entlassung musste er mit seiner Mutter nach Hamburg ziehen, da diese ihre Grundstücke in Harburg hatte verkaufen müssen.
Im Januar 1939 kam er ins KZ Fuhlsbüttel. Am 8. November 1941 wurde er, wie viele andere Hamburger Juden, ins Ghetto Minsk deportiert. Dort wurde er ermordet. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt; offiziell festgelegt ist der 8.5.1945, doch er wird vor diesem Datum gestorben sein.
Quellen und Infos:
Eintrag bei Mapping the Lives: https://mappingthelives.org/bio
Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs: https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de953048
Genauere Informationen zur Geschichte der Familie und des Kaufhauses M.M. Friedmann:
https://www.stolpersteine-hamburg.de
https://amh.de/orte-juedischen-lebens-in-harburg/