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Max Hesse [*1898]

Geboren am 13.11.1898 in Leer / Ostfriesland, gestorben in Litzmannstadt (Lodz)

Max Hesse [*1898] ist

Ehemann von Toni Hesse, geborene Lengel [*1904]

Arbeitsstätte

Produkten- und Fellhändler Hirsch Lengel (1919-1940)

Salzbrückerstraße 64 (69)
21335 Lüneburg

Max Hesse kam 1898 in Leer in Ostfriesland zur Welt. Er wurde Kaufmann, arbeitete als Vertreter und war sehr viel unterwegs. 1928 kam er das erste Mal nach Lüneburg. Über die nächsten zehn Jahre wohnte er dort immer wieder für kurze Zeit, an wechselnden Adressen. Dazwischen standen Aufenthalte u.a. in Leer, Celle und Hamburg.

1931-1932 wohnte Max Hesse in Lüneburg bei der Familie von Hirsch Lengel in der Salzbrückerstaße 64. Möglicherweise arbeitete er auch in dem Trödel- und Produktengeschäft der Lengels mit. Er lernte Hirsch Lengels Tochter Toni kennen. 1934 heirateten die beiden in Lüneburg und lebten mehrere Jahre gemeinsam im Haus der Lengels, mit mehreren Unterbrechungen.

In Lüneburg und anderen kleinen Städten wurde es seit 1933 für jüdische Menschen immer schwieriger, angesichts antisemitischer Gesetze und Schikanen Arbeit zu finden. Vermutlich versuchten Max und Toni Hesse in dieser Zeit auch Wege zu finden, aus Deutschland zu entkommen. Tonis Geschwister Sophie, Selma und Jakob Lengel verließen in den nächsten Jahren das Land, Max und Toni Hesse jedoch blieben vorerst noch.

Anfang 1938 wurde ihre Ehe geschieden, Max Hesse zog nach Hamburg. Kurz darauf kehrte er jedoch für einen Besuch nach Lüneburg zurück - und gehörte dann zu den elf jüdischen Männern aus der Stadt, die am 10. November 1938 zuerst ins Lüneburger Gerichtsgefängnis und danach ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt wurden.

Max Hesse wurde im Januar 1939 wieder entlassen, er muss also konkrete Auswanderungspläne gehabt haben. Zunächst zog er jedoch nach Köln. Offenbar scheiterten alle seine Pläne, aus NS-Deutschland zu fliehen. Am 30. Oktober 1941 wurde er von Köln aus in einem Transport mit über tausend Menschen ins Ghetto Lodz (Litzmannstadt) deportiert. Max Hesse überlebte nicht.



Quellen und Infos:

Zum Novemberpogrom in Lüneburg: https://pogrome1938-niedersachsen.de/lueneburg/

Stolperstein für Max Hesse in Lüneburg in der Salzbrückerstraße

Max Hesse, Köln 1939, in "Mapping the Lives": https://mappingthelives.org/bio/f9b00d8a-1ef0-43bf-ab58-f375f421e4ce?language=de

Deportations-Transport von Köln nach Lodz, 30.10.1941: https://collections.yadvashem.org/de/deportations/9437887