Hier finden sich Namen, Lebensdaten, Biografien und Familiengeschichten zu jüdischem Leben in Lüneburg. Haben Sie weitere Informationen, Korrekturen, Fotografien, Dokumente oder Anregungen? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf, damit wir die Seiten aktualisieren können.

Adolf Lindenberg, um 1902; Privatbesitz ... |

Familie Lindenberg, um 1910; ... |

Adolf Lindenberg mit Tochter Grete und ... |
Sohn von
Bruder von
Vater von
Ehemann von Emma Lindenberg, geborene Heinemann [*1860]
Gebrüder Heinemann, Textilwaren (ab 1815)
Firma Simon Heinemann, Bankgeschäft, Wollwaren, Manufacturwaren (1821-1901); Zweigniederlassung Hannoversche Bank, vormals Simon Heinemann (1901-1920);
Deutsche Bank (seit 1920)
Familie Simon Heinemann (1815-1855)
Familie Sally Heinemann (1855-1901)
Familie Marcus Heinemann (1856-1862)
Familie Simon Salomon (1845-ca. 1880)
Familie Adolf Lindenberg (1895-1897)
Familie Adolf Lindenberg (1877-1889)
Familie Adolf Lindenberg (1897-1936)
Adolf Lindenberg kam 1849 in Vilsen als jüngstes von sechs Kindern zur Welt. Die Vilsener Kaufmannsfamilie Lindenberg war eng mit den Heinemanns in Lüneburg verbunden: Adolfs sehr viel ältere Schwestern Henriette und Sophie hatten in den 1850ern die Brüder Marcus und Salomon Heinemann geheiratet. Der gelernte Bankkaufmann Adolf kam 1877 nach Lüneburg, um in der Heinemann-Bank zu arbeiten. 1879 heiratete er in der Lüneburger Synagoge seine elf Jahre jüngere Nichte Emma, eine Tochter seines Chefs und Schwagers Marcus Heinemann.
Adolf und Emma Lindenberg hatten zusammen fünf Kinder. Sie lebten zunächst in in der Bardowicker Straße 8 (ganz in der Nähe vom Stammhaus der Heinemanns), dann in Lüne, und ab 1897 im Lüner Weg. Dort wohnten sie in einer schönen Villa mit großem Garten.
1906 wurde Adolf Lindenberg einer der Geschäftsführer der Heinemann-Bank, die seit 1900 zur Hannoverschen Bank gehörte. Zusammen mit Gustav Heinemann, einem Cousin seiner Frau, war er nun Direktor der Lüneburger Filiale und blieb es auch nach 1920, als die Hannoversche Bank von der Deutschen Bank übernommen wurde.
Als Bankdirektor hatte Adolf Lindenberg auch Posten in verschiedenen Aufsichtsräten, u.a. in der Lüneburger Wachsbleiche. Seine Enkelin Helga erinnerte sich, dass die jüdischen Lindenbergs zu Weihnachten stets ein größeres Kontingent an Kerzen bekamen, das sie dann in Teilen an ihre (christlich erzogenen) Enkelkinder in Breslau weiterschickten.
Nach dem Tod seiner Frau 1921 lebte Adolf Lindenberg als Witwer im Lüner Weg. 1929 starb er. In der Sterbeliste der Synagogengemeinde Lüneburg ist vermerkt: "wurde in Hamburg eingeäschert und die Urne hier beigesetzt."
Der Doppel-Grabstein von Emma und Adolf Lindenberg gehört zu den wenigen, die heute noch in Lüneburg existieren, nach der Zerstörung und vollständigen Einebnung des jüdischen Friedhofs in der NS-Zeit. Zusammen mit einigen anderen Grabsteinen war ihr Stein in das Fundament eines 1944 errichteten Behelfsheims eingebaut worden. Als dieses Behelfsheim 1967 abgerissen wurde, kam unter anderem ihr gemeinsamer Grabstein zum Vorschein. Anfang der 1970er Jahre wurden die Steine aus dem Fundament wieder aufgestellt, in einer Reihe nebeneinander. Der Lindenberg-Doppelgrabstein war der letzte in der Reihe. Obwohl es ursprünglich auch ein stehender Stein mit einer deutschen und einer hebräischen Seite gewesen war, stellte man ihn nicht wieder auf, sondern präsentierte ihn liegend.