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Tochter von
Schwester von
Gertrud Ernestine "Gittel" Marcus kam 1894 in Lüneburg als zehntes Kind von Wolf Marcus und seiner Frau Maria Anna geb. Salomon zur Welt. Sie wuchs im großen Kreis ihrer Geschwister auf. Ein Jahr nach ihrer Geburt zog ihre Familie 1895 nach Hamburg-Altona.
Gertrud Marcus heiratete Bruno Simon aus Hamburg, der nicht jüdisch war. Diese "Mischehe" bewahrte sie in der NS-Zeit zunächst vor der Deportation. Gertrud und Bruno Simon lebten in Hamburg im Grindelhof 84.
In den 1940ern hielt Gertrud Simon von hier aus Kontakt mit den ins Ausland geflohenen Geschwistern. Zusammen mit ihrer Schwester Auguste Brassart sandte sie - solange es noch möglich war - regelmäßig Geld und Grüße an ihre Schwestern Martha und Emma, die 1941 ins Ghetto Łódź (Litzmannstadt) deportiert worden waren.
Als Gertrud im Februar 1945 selbst den Befehl zur Deportation nach Theresienstadt erhielt, versteckte sie sich ebenso wie ihre Schwester Auguste Brassart und überlebte so die NS-Zeit. Nach dem Krieg lebte sie weiter in Hamburg im Grindelviertel. Sie starb in den 1980er Jahren.
Quellen und Infos:
Erika Hirsch, Man guckt ja schon durch eine Minderheitsbrille. Steffi Wittenbergs jüdischer und politischer Lebensweg 1926-2015, Berlin Leipzig 2026, S. 71-75
USHMM, Hinsel Family Papers, 1904-1960, Überblick: https://collections.ushmm.org/findingaids/2004.721.1_01_fnd_en.pdf
Sharit Ha-Platah, 1946 (Liste der Holocaust-Überlebenden): https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=30321
Namensvarianten: Gittel